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Die Leibwache Wallensteins
eine Einführung von Uli Braun

Von Mai bis September 1630 hielt der kaiserliche Generalissimus Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein Hof in Memmingen, genauer im Fuggerbau zu Memmingen. Der Herzog von Mecklenburg und Sagan, von Friedland und Admiral der ozeanischen Meere hatte wirklich seinen ganze Hofstaat dabei, darunter auch den Sterngucker Giovanni Battista Zeno, genannt Seni, der im Zangmeisterschen Haus in der Herrengasse logierte. Die Wallenstein´sche Küche war im Gärtlein unter dem Fuggerbau aufgebaut, der übrige Hofstaat wohnte in den Häusern rings um den Fuggerbau.
Wallenstein beanspruchte als regierender Herzog auch eine eigene Truppe, die ihm als Leibwache diente. Dies waren besonders ausgesuchte und gut ausgebildete Männer, die dem Herzog bedingungslos ergeben waren und unter dem Kommando eines Obersten standen. Sie waren im Rückgebäude des Fuggerbaus kaserniert und schoben um den Fuggerbau ihren Wachdienst; sie bewachten auch den Schweizerberg, der wegen der Lärmempfindlichkeit Wallensteins gesperrt war. Im Fuggerbau selbst war ihnen ebenfalls der Hof- und Zimmerwachdienst anvertraut, und bei einem Ausritt des Herzogs in die Umgebung oder im Dienst umgaben sie ihren Herrn in einem dichten Kordon, durch den niemand ungeschoren zum Herzog vordringen sollte. So ist es denn folgerichtig, daß die Leibwache Wallensteins in wohlgeordnetem Zug vor und hinter der Prachtkutsche des Generalissimus marschierte und ein Attentat auf Wallenstein schon erst gar nicht zuließ. Die Leibwache Wallensteins gehört zu den ansehnlichsten Gruppen der Wallensteinspiele.